Die Kraft des Atems

Wie Breathwork und insbesondere conscious connected breathing (CCB) tiefgreifende und nachhaltige Veränderung ermöglichen kann – eine Einführung.

3/18/20267 min lesen

woman in white vest and black bikini with hand on chest
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a close up of a cactus with very long needles
a close up of a cactus with very long needles

Hinweis: Breathwork und seine Auswirkungen auf Körper, Gehirn, Nervensystem, Bewusstsein und Trauma sind ein sehr komplexes Thema.
Dieser Artikel beleuchtet daher nur einen minimalen Ausschnitt, um einen ersten Eindruck zu vermitteln, wie die Arbeit, vor allem mit CCB, aussehen kann. Zu spezifischen Themen wie Breathwork und Trauma oder der Neurobiologie von Breathwork werden in Zukunft weitere Artikel folgen.

Wie wir mit CCB Themen an der Wurzel lösen können

Wirkliche Veränderung – und Heilung – entsteht dann, wenn das, was früher zu viel, zu überfordernd oder zu unsicher war, in einem neuen Kontext erfahren und gehalten werden kann oder wenn das, was gefehlt hat, nachgenährt wird.

Unser System weiß eigentlich ziemlich genau, wie es Prozesse abschließen und herausfordernde Erlebnisse verarbeiten kann.
Wenn jedoch nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen – wie zum Beispiel emotional eingestimmte Eltern –, werden diese Prozesse gestört, und es entstehen sogenannte offene Loops.

Diese offenen Loops sind wie ein zusätzlicher Tab im Hintergrund deines Computers – er zieht Energie, ohne dass du es merkst.
Je mehr davon offen sind, desto weniger Kapazität bleibt, um das Leben zu verarbeiten – und desto leichter verlierst du deine Mitte, wirst gestresst, reagierst impulsiv.

In einer CCB-Sitzung können wir mit diesen offenen Loops auf eine neue Weise in Kontakt kommen. Und sobald das geschieht, beginnt Transformation von ganz alleine.

Denn dein System erinnert sich – und bekommt nun die fehlenden Ressourcen an die Hand, um unvollendete Prozesse abzuschließen.
Zum Beispiel durch Co-Regulation, die meine Begleitung ermöglicht.

Ich möchte dir ein Bild anbieten, das – so glaube ich – einen guten Eindruck davon vermittelt, wie die Arbeit mit CCB wirken kann:

Was ist CCB?

Conscious Connected Breathing, wie ich es gelernt habe und damit arbeite, ist eine Atemtechnik, die ich – ähnlich wie Holotropes Atmen oder Rebirthing – zur Kategorie der transformativen Atemtechniken zählen würde.
Tatsächlich unterscheidet sich die Art der Atmung gar nicht so sehr von diesen – eher der Umgang mit dem, was während einer Session auftaucht.

Prinzipiell lassen sich Atemtechniken in zwei Kategorien einteilen: transformative und regulative Techniken.
Der Unterschied liegt vor allem in der Länge und dem Rahmen der Anwendung.

Regulative Techniken zielen darauf ab, durch relativ kurze Interventionen das eigene System in einen bestimmten Zustand zu regulieren.
Du kannst zum Beispiel wenige Minuten die Technik des zyklischen Seufzens praktizieren und wirst recht schnell merken, dass du dich ruhiger fühlst und Stress abgebaut hast.
Das wird eine Weile anhalten, tiefgreifende und nachhaltige Veränderungen wirst du damit jedoch nicht bewirken.

Dabei ist es jedoch
nicht die Technik selbst, sondern die Länge, die Regelmäßigkeit und der Rahmen der Anwendung, die den Grad an Transformation bedingt.
Durch tägliche Praxis derselben regulativen Technik über einen längeren Zeitraum lässt sich sehr wohl tiefe Veränderung erfahren.

Wie genau das mit der Selbstregulation über den Atem funktioniert und welche Prinzipien dabei wichtig sind, schauen wir uns in einem separaten Artikel an.

Wir alle kennen das:
Du willst endlich etwas ändern.
Weniger Ablenkung, mehr Selbstfürsorge, klarer deine Bedürfnisse und Grenzen kommunizieren – endlich mehr „du selbst" sein.
Und trotzdem landest du immer wieder in denselben Schleifen.

Dein Kopf weiß längst, was gebraucht wird – aber dein Inneres zieht in eine andere Richtung.

Mal ehrlich.
Wie oft warst du schon an dem Punkt, an dem du dachtest:
Jetzt habe ich es verstanden, ab jetzt wird alles anders.
Und nur ein paar Tage später findest du dich in denselben Mustern, Gewohnheiten, Situationen und Konflikten wieder.

Vielleicht hast du auch schon vieles ausprobiert – Mindset-Coaching, Visualisierung, Selbstoptimierungs-Challenges. Und trotzdem ändert sich kaum etwas.

Ich kenne dieses Gefühl gut: die Frustration, die Angst, dass sich niemals etwas ändern wird – und die Frage: „Was ist falsch mit mir?"

Die gute Nachricht: Gar nichts.

Du hast bisher lediglich versucht, mit deinem Kopf etwas zu lösen, was er alleine nicht lösen kann.

Menschen sind komplexe Systeme, und es gibt Dynamiken in uns, bei denen wir mit reiner Willenskraft nicht weiterkommen.

Die Ursprünge von Themen, die immer wieder zu uns zurückkehren, liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit weit in der Vergangenheit – manchmal bis in die früheste Kindheit oder sogar in die Zeit im Mutterleib.

Daher die Frage:
Wie soll dein Verstand die Lösung für etwas finden, das möglicherweise schon vor seiner Zeit entstanden ist?

Und genau hier kommt dein Atem ins Spiel.
Nicht als esoterisch verpackte Wunderpille, sondern als eine sehr konkrete, körperliche Möglichkeit, den Ursprung tief verankerter Muster zu erreichen – Muster, die mit reinem Denken kaum zugänglich sind.

In diesem Artikel möchte ich dir einen ersten Einblick geben, wie die Arbeit mit Conscious Connected Breathing (CCB) tiefgreifende und bleibende Veränderung ermöglichen kann – bevor wir in weiteren Artikeln noch konkreter auf Themen wie Trauma eingehen.

woman wearing brown sweater holding lips
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Dein Atem als Schlüssel zu deinem Innersten

In seiner Essenz ist CCB also eine Möglichkeit, um auf tieferen Ebenen mit dir selbst in Kontakt zu kommen – und oft reicht genau das aus, damit sich Dinge verändern.

Dein Atem fungiert wie eine Art Brücke zwischen deinem willkürlichen und deinem autonomen Nervensystem, zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein – du atmest, ob du willst oder nicht.

Und er ist wie der erste Dominostein in deinem System:
Veränderst du deinen Atem – ob bewusst oder unbewusst – verändert sich so gut wie alles andere.
Zum einen physiologischDer pH-Wert deines Blutes, dein Energielevel, der Grad deiner Wachheit, dein Muskeltonus, die Gehirnwellenaktivität, die Hormonausschüttung und so weiter.
Aber auch in deinem Bewusstsein: Deine Körperwahrnehmung wird feiner, Gedanken werden leiser, tiefer liegende Stimmungen werden deutlicher und dein inneres Gewahrsein wird weiter. 

Wenn wir über Selbstregulation und Stressverarbeitung sprechen, müssen wir auch über den Atem sprechen.
Er ist ein biologisch verankerter Grundpfeiler, um unser System zurück in die Balance zu bringen – und das schon seit Hunderttausenden von Jahren, wie wir in diesem Artikel festgestellt haben.

Und genau diese Mechanismen und Prinzipien können wir uns durch bewusste Atemarbeit zu Nutze machen.

woman meditating on wooden dock during daytime
woman meditating on wooden dock during daytime
Person doing conscious connected breathwork
Person doing conscious connected breathwork
person holding white and blue plastic blocks
person holding white and blue plastic blocks
A piece of a puzzle with a missing piece
A piece of a puzzle with a missing piece

Stell dir deine Innenwelt wie ein leises Radio vor.
Es laufen viele verschiedene Programme – meist im Hintergrund. Immer wieder wird eines davon lauter und rückt von selbst in den Vordergrund.

Solange das im Einklang ist mit dem, was du (hören) willst, ist alles gut. Problematisch wird es, wenn dein Inneres in eine andere Richtung zieht, als du dir eigentlich wünschst.

Einige Beispiele für solche Dynamiken sind:

 Nach Feierabend willst du runterkommen – und merkst doch, wie dein Kopf weiter rast und du innerlich nicht abschalten kannst.

 Du sehnst dich nach mehr Nähe und Tiefe in deiner Beziehung oder mit Freunden – und merkst gleichzeitig, wie schwer es dir fällt, dich wirklich zu öffnen.

 Du weißt genau, was dir guttäte oder was nötig wäre, um deine Ziele zu erreichen – und handelst dennoch immer wieder so, als würdest du dir selbst im Weg stehen.

 In dir wächst der Wunsch nach beruflicher Freiheit – und dennoch spürst du dieses nagende Gefühl von Unsicherheit, das dich immer wieder zurückhält.

Solche tief verankerten, unbewussten Programme sorgen dafür, dass du dich immer wieder in denselben Situationen wiederfindest – auch wenn dein Verstand längst weiß, dass du etwas anderes willst.

a large amount of old radio's stacked on top of each other
a large amount of old radio's stacked on top of each other

Mit CCB können wir diese verborgenen Muster bewusst in den Vordergrund holen und sie ein wenig „lauter drehen". 

So kannst du klarer verstehen, wo sie ihren Ursprung haben und welchem Zweck sie einmal dienten – denn im Kern sind all diese Muster Wege, um Leben gut zu bewältigen.
Nur sind sie vielleicht nicht mehr an deine aktuelle Situation, dein Alter, deine Kapazitäten angepasst.
Es gibt wirklich Anteile in uns, die glauben, wir seien noch immer drei, vier oder fünf Jahre alt.

In begleiteten CCB-Sitzungen führen wir gemeinsam ein inneres Update durch – und die natürlichen Vollendungsmechanismen deines Systems können aktiviert werden. 

Emotionen, die du früher nicht fühlen durftest oder konntest, dürfen nun in einem neuen, sicheren Raum ins Fließen kommen.

  • vielleicht Traurigkeit, die nie Platz hatte,

  • Wut, die du immer geschluckt hast,

  • Angst, die du früh allein tragen musstest,

  • oder ein tiefer Wunsch nach Kontakt, der damals nicht erfüllt wurde.

Was damals nicht abgeschlossen werden konnte, können wir heute in einer direkten, körperlichen Erfahrung nachholen. 

Durch diese Erfahrungen kann dein Mitgefühl für dich selbst wachsen – ein wesentlicher Schritt hin zu nachhaltiger Veränderung.
Heilung bedeutet Integration und eine neue Beziehung zu dem, was war.

Dein erwachsenes Ich bekommt mehr Raum, und du gewinnst die Freiheit, dein Leben so zu gestalten, dass es sich wirklich stimmig anfühlt.

Die Programme deines inneren Radios mögen noch vorhanden sein – doch sie sind nicht mehr so laut und aufdringlich wie zuvor.

Deine Fähigkeit, dich weniger von alten, unbewussten Prägungen leiten zu lassen, wächst spürbar, und auch deine Kapazität, mit den Stressoren und Herausforderungen des Lebens umzugehen, steigt.

Dein Atem ist von Anfang an bei dir.
Er war da, bevor du Worte hattest, um deine Erfahrungen zu beschreiben.

Er war da, als du gelernt hast, dich anzupassen, zu funktionieren, dich zu schützen.
Und er ist auch heute noch da – jeden Moment, leise, zuverlässig.


Vielleicht kennst du deinen Atem bisher eher als etwas Selbstverständliches im Hintergrund.
Conscious connected breathing lädt dich ein, ihn als aktive Ressource zu entdecken:

als Weg in die Gegenwart,

als Schlüssel zu deinem Körper,

als Brücke zu deinen Gefühlen,

als Unterstützung auf deinem Weg aus alten Mustern heraus.

Er kennt dich – besser, tiefer, ehrlicher – als dein Verstand.
Er wartet auf dich – geduldig, im Hier und Jetzt.
Immer nur einen bewussten Atemzug entfernt.


Die Frage ist:
Nimmst du seine Einladung an?

~

a plane flying in the sky at sunset

Wenn du neugierig bist die transformative Kraft deines Atems zu erleben,
dann melde dich gerne.

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